Aus Bioabfall wird Qualitätsware

In der Verwertungsanlage entstandener Kompost wird auf dem SAS- Wertstoffhof angeboten

Seit Anfang des Jahres wird der Bioabfall der Schweriner in der Verwertungsanlage der SAS verarbeitet. Neben Strom und Wärme entsteht beim Verwertungsprozess auch qualitativ hochwertiger Kompost. Wie das funktioniert und wozu dieser verwendet wird, erfragte die hauspost bei Jörg Pioreck, dem Betriebsleiter der Bioabfallverwertungsanlage.

hauspost: Wie entsteht in der Bioabfallverwertungsanlage Kompost?
Jörg Pioreck: Der Bioabfall wird angeliefert und ausgesiebt. Die kleineren Bestandteile kommen in den Fermenter. Dort wird Biogas produziert. Die größeren Anteile werden im Rottetunnel eingelagert. Hier wird bei mehr als 55 Grad Celsius und einer Verweilzeit von mindestens zehn Tagen eine zuverlässige Hygienisierung durchgeführt.
Nach einer erneuten Aussiebung ist der Frischkompost fertig. Wir planen auf diese Weise etwa 7.000 Tonnen Kompost pro Jahr herzustellen.

hauspost: Wird der Kompost vor dem Verkauf nochmal überprüft?
Jörg Pioreck: Selbstverständlich. Durch die heißen Temperaturen im Rottetunnel werden Keime, Bakterien, aber auch Unkrautsamen abgetötet. Dass das wirklich passiert ist, wird über regelmäßige Prüfungsverfahren durch ein zertifiziertes Labor der RAL-Gütesicherung Kompost getestet. Erst nach positiver Bewertung ist ein Verkauf des Materials erlaubt. So kommt nur gütegesicherter Kompost in den Handel. Gleichzeitig wird dabei ermittelt, welche Nährstoffe im Kompost enthalten sind. Diese Informationen sind besonders für Landwirte wichtig.
Die ersten Überprüfungen des in unserer Verwertungsanlage produzierten Kompostes haben ergeben, dass dieser einwandfrei ist und alle notwendigen Rechtsbestimmungen und Regelwerke erfüllt werden (siehe Abbildung Prüfzeugnis).


hauspost: Wofür kann der Kompost eingesetzt werden?
Jörg Pioreck: Durch den hohen Humusanteil ist das Material hervorragend zur Düngung und Bodenverbesserung geeignet. So bekommen die Pflanzen alle lebenswichtigen Nährstoffe und Spurenelemente. Einen Großteil unseres Kompostes werden landwirtschaftliche Unternehmen abnehmen. Doch auch Garten- und Landschaftsbetriebe und natürlich auch die Schweriner Bürger können den Kompost aus der Anlage nutzen. Er steht im Wertstoffhof auch in kleineren Mengen zum Verkauf bereit.