Dr. Tim Schikora (li.) und Andreas Lange Fotos: maxpress/srk

Öko-Strom aus Futterresten

SAS unterstützt Nachhaltigkeitskonzept des Schweriner Zoos und verstromt die Bioabfälle

Schwerin • Im Zoo der Landeshauptstadt leben etwa 1.600 Tiere in rund 160 Tierarten. Jede Woche fallen zirka 250 bis 400 Kilogramm Futterreste an, die bisher über den Restmüll entsorgt wurden. Das soll nun geändert werden. Der Zoo möchte nachhaltiger wirtschaften. Als Partner steht ihm dabei die Schweriner Abfallentsorgungs- und Straßenreinigungsgesellschaft mbH (SAS) zur Seite.

„Unser 2016 verabschiedetes Entwicklungskonzept beinhaltet auch die schrittweise Umwandlung in einen Artenschutzzoo, damit bedrohte Tierarten hier ein sicheres Zuhause erhalten“, erläutert Dr. Tim Schikora. So kann sich der Zoodirektor vorstellen, auch bedrohte Antilopen nach Schwerin zu holen. Diese Tierart ist ihm besonders gut vertraut, da er sich in seiner Doktorarbeit mit der wechselseitigen Entwicklung von Antilopen und Savannen beschäftigt hat. Um den Bewohnern den Aufenthalt ihm Zoo abwechslungsreicher zu gestalten, werden sie vergesellschaftet. „Das bedeutet, wir setzen zusammenpassende Tierarten in ein Gehege“, erklärt der Zoodirektor und verweist als Beispiel auf die Nashörner Clara, Karen und Kimba, die gemeinsam mit Zebras, Ziegen und Perlhühnern wohnen. Der Schweriner Zoo hat 363 Tage im Jahr geöffnet und ist zu jeder Jahreszeit einen Besuch wert. Zu den besonderen Attraktionen zählen auch die beiden aus Brasilien stammenden Goldkopflöwenäffchen. Diese Tiere sind stark gefährdet und stehen auf der Roten Liste der International Union for the Conservation of Nature, die als wichtigste und größte internationale Naturschutzorganisation gilt.
Jeden Tag verputzen die kleinen und großen Bewohner des Zoos ihre Lieblingsspeisen. Die dafür erforderlichen Lebensmittel werden kostenfrei von einem Schweriner Supermarkt bereit gestellt, ergänzend eingekauft und an die zentrale Futterwirtschaft des Zoos geliefert. Von da aus werden täglich die Futterküchen in der Nähe der Gehege versorgt. Nach Ansicht von Dr. Tim Schikora gehören Artenschutz und Nachhaltigkeit ganz eng zusammen. Deshalb soll das nachhaltige Bewirtschaften des Zoos intensiviert werden. „Wir achten jetzt verstärkt darauf, woher die Futtermittel kommen und dass nicht verschwenderisch mit ihnen umgegangen wird“, erläutert Dr. Tim Schikora.

Daten zum Futterverbrauch

Damit der Einkauf optimiert werden kann, wiegen die Tierpfleger vor dem Befüllen der Schalen das Futter und nach der Mahlzeit, was übrig geblieben ist. „Bislang wurden die Futterreste über die grauen Restmülltonnen entsorgt. Das passt aber nicht mehr in unser Nachhaltigkeitskonzept“, so der Zoodirektor. Deshalb haben die SAS und der Zoo eine Vereinbarung getroffen, wonach die Bioabfälle kontrolliert einer weiteren ökologischen Verwertung zugeführt werden. Insgesamt 13 Behälter stehen auf dem Zoogelände, zumeist unweit der Futterküchen.
Jede Tonne fasst 240 Liter und wird alle 14 Tage geleert. „Wir unterstützen den Nachhaltigkeitsgedanken und erzeugen aus den Futterresten in unserer Bioabfall- und Verwertungsanlage Strom“, sagt SAS-Geschäftsführer Andreas Lange.

Angebot gilt auch für andere Branchen

Diese ökologisch sinnvolle Entsorgungsmöglichkeit bietet die Schweriner Abfallentsorgungs- und Straßenreinigungsgesellschaft mbH auch anderen Branchen an. So kann beispielsweise die Lebensmittel verarbeitende Industrie ihre Produktionsübermengen bequem von der SAS abholen lassen. Auch der Groß- und Einzelhandel kann die Möglichkeit nutzen, die biologisch abbaubaren Reste verwerten zu lassen. „Sie gehören nicht in den Haus- oder Restmüll. Das ist nicht umweltgerecht. Wir wollen mit unserem Angebot den Wertstoffkreislauf wieder schließen“, sagt der SAS-Geschäftsführer Andreas Lange.

Stephan Rudolph-Kramer