SAS-Mitarbeiter Uwe Lemke (re.) nimmt an der Biogasanlage abgelaufene Obstkonserven und altes Gemüse zur weiteren Verwertung entgegen Fotos: maxpress/srk

Verdorbenes ist kein Restmüll

Kleingewerbetreibende können abgelaufene Lebensmittel fachgerecht entsorgen lassen

Schwerin • Kleingewerbetreibende und Supermärkte können ab sofort verdorbene und abgelaufene Lebensmittel fachgerecht in der Bioabfall- und Verwertungsanlage entsorgen lassen. Mit dieser neuen Dienstleistung möchte die Schweriner Abfallentsorgungs- und Straßenreinigungsgesellschaft (SAS) ihr Servicespektrum weiter ausbauen und verhindern, dass diese Rohstoffe im Restmüll landen. Für die Händler eine Chance, etwas mehr für die Umwelt zu tun.

Obst, Gemüse und Kräuter sind Naturprodukte, die frisch von den Produzenten über den Handel bis zum Verbraucher gelangen sollen. Auch industriell gefertigte Lebensmittel sind nicht ewig haltbar. Sie stehen oft über Wochen im Supermarktregal und erst das Verfallsdatum auf dem Etikett oder am Deckelrand verraten, dass die Zeit abgelaufen ist.
Manchmal gelingt es dem Händler jedoch nicht, die gekaufte Ware schnell genug an den Kunden zu bringen. Was geschieht nun mit der nicht mehr genießbaren Ware? „Sie soll auf keinen Fall in den Restmüll gegeben werden. Wir wollen mit unserem Angebot den Wertstoffkreislauf wieder schließen“, sagt Andreas Lange von der SAS. Angesprochen werden kleine bis große Handelsunternehmen – vom Obst- und Gemüsehändler, den Bäcker über den Getränkehandel bis zum Supermarkt. Genommen wird alles, was auch in die Biotonne gehört, dort aber mit Verpackung nicht entsorgt werden darf. Seien es die Paletten mit Joghurtbechern, eingewecktes Obst, Tiefkühlware, die feucht gewordenen Zuckertüten oder Getränke jenseits ihres Verfallsdatums. Als weiteres Beispiel nennt der Assistent der SAS-Geschäftsführung die organischen Abfälle, die bei der Mostherstellung entstehen. Ausgeschlossen sind die Speisereste von Gaststätten.
Die in der verdorbenen Ware enthaltenen Kohlenhydrate unterstützen die Arbeit der Mikroorganismen im Fermenter, einem wichtigen Teil der Biogasanlage. „Mit Blick auf die im Restmüll landenden unverpackten und verpackten Lebensmittel sehen wir einen großen Handlungsbedarf“, meint Andreas Lange und verweist auf die gewünschte exakte Trennung der Müllarten. Denn in die Vernichtung sollen auch wirklich nur die Dinge kommen, die nicht mehr in den Wertstoffkreislauf zurück geführt werden können.
Interessenten können sich telefonisch unter (0385) 57 70-0 oder per E-Mail unter service@sas-schwerin.de melden. Sobald Inhalt, Menge und Zustand der zu entsorgenden Waren geklärt sind, kann ein Angebot unterbreitet werden. Bei regelmäßig anfallenden Bioabfällen können die Kunden auch eine Tonne erhalten.