SAS-Geschäftsführer Matthias Hartung (3. v. l.) erklärte Energieminister Christian Pegel (2. v. r.)und OB Angelika Gramkow die Baufortschritte der neuen Anlage

Energieminister Christian Pegel und OB Angelika Gramkow besuchten die Baustelle.
Oberbürgermeisterin Angelika Gramkow hat es an die Pinnwand geheftet, Energieminister Christian Pegel findet es am Kühlschrank – jenes kleine Merkblatt, auf dem haargenau steht, welche Abfälle in die Biotonne gehören. Damit jeder genau weiß, was ab Mitte Dezember auf der neuen Bioabfallentsorgungsanlage der SAS in Wärme, Strom und hochwertigen Kompost verwandelt wird, empfahl der Minister, doch an alle Schwerinerinnen und Schweriner eine solche Checkliste zu geben. Dies, so SAS-Geschäftsführer  Matthias Hartung, werde mit der Umstellung der Tonnen geschehen. Ab 1. Januar übernimmt die SAS die Sammlung der Bioabfälle und möchte die Einwohner der Landeshauptstadt dafür sensibilisieren, in noch stärkerem Maße den Abfall zu trennen. Das sei ein kleiner Mehraufwand mit großem Nutzen, meint Angelika Gramkow. Denn noch finde sich im Restmüll ein organischer Anteil von 30 bis 40 Prozent. „Wir müssen diesen Anteil unbedingt reduzieren. Das trägt einerseits zur Gebührenstabilität bei und ermöglicht andererseits eine gute Auslastung dieser hochmodernen Anlage. Und davon profitiert die ganze Stadt“, betonte die Oberbürgermeisterin.
Christian Pegel, Minister für Energie, Infrastruktur und Landesentwicklung, bezeichnete die neue Bioentsorgungsanlage der SAS als Prototyp mit Blick auf die Novellierung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG). „Hier wird gezeigt, dass umsetzbar ist, was die Politik anstrebt. Diese Anlage ist die Verkörperung des Kreislaufwirtschaftsgesetzes. Sie ist ein Leuchtturm, der über das Land hinaus strahlt.“ Denn alles, was die Schweriner in der Biotonne entsorgen, wird künftig verwertet: Bis zu 35 Tonnen organische Abfälle werden täglich der Anlage zugeführt und zu Wärme, Strom und zertifiziertem Kompost verarbeitet. Während Wärme und ein Fünftel des Stromaufkommens für den Betrieb der Anlage genutzt werden, können zwei Millionen Kilowattstunden Energie ins öffentliche Netz eingespeist werden. Und das geschieht noch in diesem Jahr. „Ich bin angetan davon, wie alle Beteiligten hier zusammenarbeiten. Das erlebt man nicht überall“, lobte SAS-Aufsichtsrat Erwin Braatz.