Zehn Schautafeln zeigen Verwertung von Bioabfall

Foto: srk

Mülltrennung ist kinderleicht

Göhrener Tannen • In jedem Haushalt entstehen Bioabfälle. Doch oft landen neben der Bananenschale und dem Teebeutel auch Joghurtbecher und Konservendosen in der Tonne für organische Abfälle. Dabei könnte jeder Einwohner mit einer kleinen Handbewegung einen großen Beitrag für den Schutz der Umwelt tun. Die SAS hat vor wenigen Tagen in ihrer Anfang 2015 offiziell in Betrieb genommenen Verwertungsanlage für Bioabfall einen Rundgang mit Schautafeln fertiggestellt.

Für Außenstehende ist eine Bioverwertungsanlage oft ein Buch mit sieben Siegeln. Damit das nicht länger so bleibt, hat sich die SAS-Geschäftsführung schon während der Projektierungsphase dazu entschlossen, diese moderne Anlage als Anschauungsobjekt einzurichten. Ziel ist es, den Vorgang der Rückgewinnung von Energie transparent, anschaulich und verständlich darzustellen. „Außerdem wollen wir für das Thema Mülltrennung sensibilisieren, aufklären und Hinweise geben“, erläutert Andreas Lange das Konzept. Dafür sind in den vergangenen Tagen an den Gebäudeaußenseiten zehn große Tafeln angebracht worden. Sie zeigen als Foto oder Piktogramm, was sich im Inneren der jeweiligen Station oder Maschine abspielt.
An der Tafel 2 erfahren die Besucher zum Beispiel, dass alle zwei Wochen in ganz Schwerin 10.500 Biotonnen von der SAS entleert werden. An der Entsorgungsanlage angekommen, kommt jedes Fahrzeug zuerst auf die Waage. Anschließend wird der Bioabfall abgeladen und von Radladern in die Siebmaschine geschüttet. Hier werden die Teile aussortiert, die über sechs Zentimeter groß sind, damit sie den Fermenter nicht beschädigen. Sie kommen zur weiteren Behandlung in den Rottetunnel. Das abgesiebte Material wird in einen Bunker gefahren und gelangt von dort über Förderbänder automatisch in den Fermenter. „Damit der Rundgang nicht langweilig wird, stellen wir an sechs Stationen zum jeweiligen Thema eine Schätzfrage. Die Antwort dazu haben wir hinter einer Klappe versteckt“, verrät der Assistent der SAS-Geschäftsführung weiter. So wird zum Beispiel gefragt, wie viele Menschen auf der Waage stehen müssen, um ungefähr das Gewicht eines Bioabfallentsorgungsfahrzeugs zu erreichen.
Der Rundgang ist so konzipiert, dass Kinder, Schüler, Studierende und Ingenieure gleichermaßen Informationen erhalten. Dafür sorgt Andreas Lange, der diese Aufgabe mit Leidenschaft ausführt. „Nur wenige Tage nach Fertigstellung habe ich eine Kindergartengruppe und dann eine Schulklasse über das Gelände geführt. Sie waren total begeistert“, erinnert sich Andreas Lange. Wenn jetzt die Jüngsten zu Hause ihren Eltern von diesem Erlebnistag berichten und ihnen stolz erklären, dass Mülltrennung kinderleicht ist, hat die SAS ein kleines Ziel erreicht. Anmeldungen für weitere Rundgänge liegen bereits vor. Wer Interesse hat, mehr über die Bioverwertungsanlage zu erfahren, kann sich gern mit der SAS in Verbindung setzen.