Alarm bevor es brennt
Schwerin • In Recyclinghallen sind Brandmeldeanlagen besonders wichtig, weil dort große Mengen brennbarer Materialien lagern sowie Maschinen Hitze und Staub entwickeln. Mit dem Einsatz moderner Technik können die Mitarbeiter besser geschützt und hohe Sachschäden vermieden werden.
Immer wieder lösen die Lithium-Ionen-Akkus in Elektrogeräten oder falsch entsorgte Batterien bundesweit auf Recyclinghöfen Brände aus. Um dieses Brandrisiko deutlich zu minimieren, hat sich die SAS dazu entschlossen, ein neues Brandmeldesystem zu installieren. Es wird in der Papierhalle sowie in der Umschlaghalle für Haus- und Gewerbemüll eingesetzt. Das bisherige System reagiert auf Rauchentwicklung, also erst dann, wenn es bereits brennt. „Die neue Anlage erkennt frühzeitig kritische Temperaturen, die wir bei 70 Grad Celsius eingestellt haben. Das ist der entscheidende Unterschied“, erklärt SAS-Betriebsleiter Markus Lange (Foto) bei der Kontrolle des Schaltschranks.
Moderne Thermal- und Video-Kameras (Foto unten) scannen kontinuierlich die gesamte Fläche in den Hallen, messen die Temperaturen und erstellen nahtlose, zusammenhängende Panoramathermografien. So lassen sich potenzielle Brandgefahren schon im Entstehen entdecken – bevor es zum Ausbruch eines Brandes kommt. Wird eine kritische Temperatur erkannt, verortet das System den Hotspot, löst Alarm aus und schickt eine Meldung an zuständige SAS-Mitarbeiter und die Feuerwehr.
Während der Testphase laufen beide System noch parallel. Es ist geplant, dass im Juni ausschließlich das neue Brandfrüherkennungssystem im Einsatz ist. „Wir sehen darin eine Investition in die höhere Sicherheit unserer Betriebsanlagen. Außerdem ist es ein Beitrag für den Umweltschutz. Denn Brände in Recyclinganlagen können giftige Rauchgase freisetzen sowie Luft und Boden belasten. Darüber hinaus schützen wir uns auch besser vor möglichen Betriebsunterbrechungen“, meint der Betriebsleiter.
maxpress/srk